Johannes Kersthold:  Auszug aus der Diplomarbeit 

1995

” In einer Zeit, die dem Menschen durch moderne Kommunikations- und Verkehrstechniken, eine Flut von neuem Wissen zugänglich macht, werden die Erziehung zur Auswahl und das Gefühl für Qualität von entscheidender Bedeutung sein. Die Zukunft der Kunst- und Musikentwicklung und deren Ästhetik wird von der Heranbildung eines Wertebewusstseins geprägt sein.

Dieses Bewusstsein, wenn es nicht von außen aufoktroyiert sein will, kann nur im Individuum heranreifen und bedarf einer Pädagogik, die behutsam die Vielfalt der existierenden, geschichtlich gewachsenen Werte vermittelt und parallel nebeneinander existieren lässt.

Der Begriff Wert lässt sich genauso wenig wie die Begriffe Wirklichkeit, Wahrheit, Sein, streng definieren. Was in unserer Kultur als wertvoll angesehen wird, kann für einen Rezipienten eines anderen Kulturkreises jeglichen Wertes entbehren.

Wert ist demnach nicht absolute Eigenschaft. Der Wert eines musikalischen Werkes besteht in der relativen Eigenschaft des zu bewertenden Gegenstandes. Es besteht eine dynamische Beziehung zum Menschen und damit zur Gesellschaft.”